Traumhaus
Hier entstand Break-Bop — ein eigener Stil, abgeleitet vom Be-Bop, verwandt mit dem Dub im Reggae: gekennzeichnet durch Auslassungen, Wiederaufgreifen, Be- und Entschleunigung, Effekte und ein direktes, aneinander entwickeltes Zusammenspiel. Die Themen der Standards liefen in den Spielenden weiter und bildeten die Grundlage, um die herum frei gespielt, aufgegriffen, unterbrochen und gegenseitig gekickt wurde. Reine Freude.
Im Be-Bop dient das Thema (der „Head") als Sprungbrett für Soli über die Akkordfolge. Break-Bop geht weiter: Das Thema wird nicht nur umspielt, sondern zerlegt, ausgelassen, verzögert und wieder eingefangen — wie ein Dub-Engineer einen Reggae-Track aushöhlt und neu zusammensetzt. Es gibt keine festen Solo-Grenzen; stattdessen ein durchgehendes, gegenseitiges Stützen und Unterbrechen. Sax (Lena) und Drums (Cees), dazu Piano/Rhodes oder One-String-Bass — die Melodie lief in allen weiter und konnte jederzeit von dem aufgegriffen werden, der den Standard kannte.
Zeitleiste
Sessions vom 9.–11. Februar 1998
„Raise Four" (Monk) · Progeraum, Köln-Ehrenfeld
„Raise Four" — Thelonious Monks Stück vom legendären Underground-Album (1968). Cees singt darüber, und während der Soli greift er spontan ein herumliegendes Sopransaxofon — erst das ein- oder zweite Mal überhaupt mit einem Sopran in der Hand — und spielt zwischen den Gesangsphrasen mit. Ein roher, mutiger Moment: Break-Bop heißt auch, im Augenblick zu greifen, was da ist.
Restauriert entrauscht
Original (Kassette)
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Ich habe jede Aufnahme technisch ausgewertet. Die Tempo-Verläufe bestätigen die Be- und Entschleunigung (z.B. „Mr P.C." zieht von 120 auf 132 BPM an), die Pausen-Anteile die dub-artigen Auslassungen (bis 30%), die Ereignis-Dichte das dichte Wechselspiel. Hinweis: Tonart-Angaben sind bei verrauschten Aufnahmen Schätzungen; Tempo, Pausen und Dichte sind robust gemessen.
Aufnahmen © die Beteiligten · Restauration: ReAgi (Entrauschen/Entbrummen/Normalisieren) · Zurück zu Dreamhouse.